Viehschneider

Diese Berufsgruppe, war für die Landwirtschaft ohne Traktoren unerlässlich. Ihre Aufgabe war es Tiere zu kastrieren, um u.a. die ungewollte Vermehrung von Hausschweinen zu verhindern oder Zugtiere friedlicher werden zu lassen. Jeder Viehschneider betreute ein „Gai“, ein festgesetztes Gebiet, das verbrieft war.

In Österreich waren die Lungauer Viehschneider besonders gefragt, sie sind seit der Mitte des 17. Jahrhundert in Aufzeichnungen zu finden. Ihr Arbeitsgebiet lag in Österreich, Bayern, Mähren, Sachsen und sogar Ungarn. Das Einsatzgebiet konnte auch weiterverkauft werden. Das oben gezeigte Wort stammt von einer Urkunde aus 1874 und behandelt den Verkauf eines Gais östlich von Wien von einem Bruder an den anderen.

Wie viele andere Berufsgruppen waren die Viehschneider an ihrer Kleidung erkennbar: Lederhosen, Ledergamaschen und -stiefel, dazu ein blauer Schurz. Der weiße Adler- oder notfalls Truthahnflaum am Hut war charakteristisch für die Lungauer.

Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde in St. Michael im Lungau ein Österreichischer Viehschneideverein gegründet, der aber nicht sehr lange existierte.

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