Richard I. Löwenherz

Am &. April vor 820 Jahren starb der englische König, der Österreich einer Sage nach nur mit Hilfe seines treuen Sängers Blondel verlassen konnte. Wir sprechen von Richard Löwenherz, der unter den Babenbergern in Gefangenschaft geriet. Doch von vorne:

Richard wurde am 8. Dezember 1157 als dritter Sohn von Heinrich II und Eleonore von Aquitanien geboren. Die meiste Zeit seiner Kindheit und Jugend verbrachte er am Hof seiner Mutter, doch wurde er schon recht jung zum Herzog von Aquitanien erhoben. Nach dem Tod seines Vaters, gegen den er intrigiert hatte, übernahm Richard die Herrschaft u.a. im Königreich England und in der Normandie. Seine beiden älteren Brüder waren zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben. Wie schon sein Vater zuvor hatte auch Richard einen Eid geschworen, Jerusalem aus der Hand der Muslime zu befreien, doch musste er noch die nötigen Mittel dafür auftreiben. Im Sommer 1190 war es dann so weit und er konnte endlich aufbrechen. Nach etlichen Zwischenstopps und einer Heirat konnte das Heer Richards Akkon erobern. Beim Siegeszug beleidigte er allerdings die Ehre des österreichischen Herzogs zutiefst. Da die beiden keine Versöhnung erreichen konnten oder wollten, reiste Leopold wieder in seine Heimat, während Richard weiter auf Kreuzfahrt blieb. Allerdings musste er ein Jahr später wegen einer Krankheit die Rückreise antreten. Diese führte ihn auf Grund eines Schiffbruchs über den Landweg durch das Gebiet des Babenberger. Obwohl er nur mit wenigen Begleitern und verkleidet reiste, wurde er erkannt und um Weihnachten 1192 in Erdberg, damals ein Vorort von Wien, gefangen genommen. Laut österreichischen Chroniken, wurde Richard in einer königs-unwürdigen Situation angetroffen, die englischen berichten jedoch, er habe sich wie ein wahrer König verhalten. Leopold wurde für die Gefangennahme Richards von vielen Seiten kritisiert und sogar vom Papst exkommuniziert, da es als Sünde galt, einen Kreuzfahrer in Haft zu nehmen. Leopold wollte allerdings Rache für die Ehrverletzung und so blendete er dies aus.

Zunächst wurde der englische König dem babenbergischen Ministerialien Hademar II von Kuenring übergeben, der den Gefangenen nach Dürnstein brachte (Hier die Sage zum Nachlesen: http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/niederoesterreich/wachau/loewenherz.html).

Dass nicht nur Leopold von seinem Gefangenen profitieren wollte, zeigt ein Vertrag zwischen dem Babenberger und Kaiser Heinrich VI., der politisch stark unter Druck stand. Am Hoftag zu Speyer musste Richard sich gegen zahlreiche Vorwürfe verteidigen, stimmte aber letztendlich einem Lösegeld in der Höhe von 150.000 Mark Silber zu. Freigelassen wurde er schließlich knapp ein Jahr nach seiner Gefangennahme.

Herzog Leopold, der 50.000 Mark Silber vom Lösegeld erhielt, stellte damit nicht nur die Stadtmauer Wiens fertig, sondern errichtete auch die Städte Wiener Neustadt und Friedberg. Allerdings konnte er seinen Sieg nicht lange genießen, denn er starb noch im selben Jahr durch einen Unfall.

Als Richard nun endlich zuhause ankam, musste er gegen die Intrigen seines Bruders Johann Ohneland kämpfen. Dieser hatte in der Zwischenzeit versucht die Herrschaft über England an sich zu reißen. Jedoch konnte Richard sich dank treuer Untergebener durchsetzen. Nachdem dieser Konflikt gelöst war, musste er sich gegen den französischen König stellen, es ging u.a. um die Herrschaft in der Normandie. Zu Lebzeiten Richards konnte dieser Streit nicht entschieden werden, denn am 6. April 1199 starb er an einer Wunde, die durch einen Armbrustbolzen verursacht worden war.

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