Caterina de Medici

Am 13. April vor 500 Jahren wurde eine Dame geboren, die massiven Einfluss auf die Politik Europas hatte.

Caterina Maria Romula de‘ Medici kam als einziges Kind von Lorenzo di Perio de‘ Medici und Madeleine de la Tour d’Auverne auf die Welt. Im zarten Alter von einem Monat war sie bereits Vollwaise, die Mutter starb an den Strapazen der Geburt und ihr Vater erlag kurz darauf einer Krankheit. Durch das Erbe war sie eines der reichsten Mädchen Europas. Zusammen mit ihrer Herkunft machte sie das in den höchsten Adelskreisen zu einer interessanten Partie.

Doch bis es soweit war, passierte so einiges in Catarinas Leben: Papst Leo X., der die Vormundschaft für sie übernahm, brachte das Mädchen nach Rom, doch auch er starb nur zwei Jahre später. Guilio de‘ Medici, ein Cousin des Papstes und Anwärter auf den Heiligen Stuhl, wurde der neue Vormund. Als jedoch nicht er sondern ein anderer aus der Medici-Dynastie zum Papst gewählt wurde, wurde das Mädchen zurück nach Florenz gebracht. Als Guilio dann 1523 doch noch als Clemens VII. inthronisiert wurde, ließ er Caterina in der Obhut ihrer Tante zurück.

Als Tochter der großen Dynastie war sie ein Spielball der Politik: Im Streit zwischen Clemens VII. und Kaiser Karl V. wurde sie als Geisel der Republik Florenz in klösterliche Obhut gegeben. 1529 wurde die Stadt Florenz von kaiserlichen Truppen belagert, um den Medici wieder an die Macht zu verhelfen. Die Stadtregierung wollte Caterina als Druckmittel einsetzen, Gerüchten zufolge wollte man sie in einem Käfig an der Stadtmauer den Kanonenkugeln aussetzen oder durch Prostitution jegliche Chance auf eine politische Heirat zunichte machen. Letztendlich wurde sie unter Schimpf und Schande abermals in ein Kloster, das nicht unter dem Einfluss der Kaufmannsfamilie stand,(?) gebracht.

Nachdem Florenz wieder in der Hand der Medici war, begann Clemens VII. einen geeigneten Ehemann für Caterina zu suchen. Mit nur 14 Jahren wurde sie mit Heinrich von Orleans verheiratet. Die Heiratsvertrag enthielt neben der Vereinbarung über die Mitgift auch Gebietsansprüche des zukünftigen Ehemannes. Doch blieben Teile des Vertrages unerfüllt, da der Papst im folgenden Jahr starb. Nur durch ihr gesellschaftliches Geschick konnte sie die soziale Isolation verhindern. Ihre Position verschlechterte (?) sich weiter, als Heinrich Thronerbe wurde, die Ehe aber noch kinderlos war. Erst die Geburt ihres Sohnes 1543 verbesserte die Situation. Von 1547 bis 1559 war sie die Königin Frankreichs, ohne sich viel mit der Politik zu beschäftigen. Als ihr Mann Heinrich starb, bestieg Caterinas ältester Sohn Franz II. den Thron. Allerdings war ihm nur eine kurze Amtszeit gegönnt. Ihm folgte schon 1560 der erst 10-jährige Karl IX nach, woraufhin Caterina die Regentschaft übernahm. Der frühere Kanzler ließ aus Rache über seinen Machtverlust zahlreiche Protestanten ermorden, wodurch die Hugenottenkriege ausgelöst wurden. Caterina war bis zum Tod Karls 1574 mit zähen Verhandlungen beschäftigt, um einen größeren Bürgerkrieg zu verhindern.

Ihr dritter Sohn Heinrich III. war bei seiner Thronbesteigung bereits volljährig, ließ jedoch seiner Mutter in politischer Hinsicht freie Hand. Heinrichs Regierungszeit war geprägt durch den Kampf gegen die Hugenotten, dessen Ende weder er noch Caterina de’Medici erleben sollten, denn sie starb am 5. Jänner 1589, ihr Sohn im folgenden August.

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