2. Prager Fenstersturz

Am 23.Mai 1618 kam es in Prag zu einem folgenreichen Ereignis. Im Zuge des Böhmischen Ständeaufstandes gegen die religiöse Intoleranz der Habsburger zogen die protestantischen Stände in die Hofkanzlei der Prager Burg und hielten einen Schauprozess ab. Die beiden königlichen Statthalter Wilhelm Slavata und Jaroslav Borsita Graf von Martinitz sowie der Kanzleisekretär Philipp Fabricius wurden dabei aus dem Fenster geworfen. Sie landeten 17m tiefer im Burggraben, blieben aber zu ihrem Glück fast unverletzt. Wahrscheinlich verhinderten die dicken Umhänge und die schräge Mauer Schlimmeres. Es hielt sich das Gerücht, sie seien in einem Misthaufen gelandet und so körperlich unbeschadet davon gekommen.

Der Kaiser fühlte sich durch diese Tat persönlich angegriffen und antwortete mit harten Strafmaßnahmen sowie einer Kriegserklärung. Es folgte ein erbitterter Religionskrieg, der sich über ganz Europa erstreckte und den ganzen Kontinent für lange Zeit eisern im Griff hatte: Dieser Krieg ist besser bekannt als „Der dreißigjährige Krieg“.

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